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Lyon (pte, 02. Mai 2003)
Eine
ballaststoffreiche Ernährung
kann das Darmkrebs-Risiko tatsächlich verringern.
Zu diesem Ergebnis kommt die bislang größte
von der EU finanzierte Studie über das europäische
Ernährungsverhalten
EPIC (European
Prospective Investigation into Cancer and Nutrition).
Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt eine US-Studie
vom National Cancer Institute 35.000
Personen. Diese zeigte, dass bei Personen, die am meisten
faserreiche Kost verzehrten, das Risiko für ein
Dickdarm-Adenom niedriger war. Bei einem Dickdarm-Adenom
handelt es sich
zwar um einen gutartigen Tumor, aus dem sich aber auch
Krebs entwickeln kann.
Der Zusammenhang zwischen einer ballaststoffreichen Ernährung
und der Entwicklung von Darmkrebs galt bislang als umstritten.
Für einen eindeutigen Beweis wurden in der europäischen
Studie unter der Koordination von Elio Riboli von der internationalen
Behörde für Krebsforschung (IARC) in Lyon mehr
als 500.000 Personen im Alter zwischen 25 und 70 Jahren
in zehn
Ländern (Dänemark, Deutschland, Frankreich, Griechenland,
Großbritannien, Italien, Niederlande, Norwegen, Schweden,
Spanien) untersucht. Dem im Fachblatt Lancet veröffentlichten
Ergebnis zufolge senken durchschnittlich 35 Gramm Ballaststoffe
am Tag das Krebsrisiko um ein Viertel
im Gegensatz zu einer Aufnahme von lediglich 15 Gramm.
35 Gramm Ballaststoffe entsprechen sieben Portionen Obst
und Gemüse
sowie fünf Schnitten Vollkornbrot täglich. Die
Wirkung von Ballaststoff-Supplementen bzw. Lebensmitteln
mit Extra-Ballaststoffen
wurde dabei nicht erhoben.
Würden Personen mit einer ballaststoffarmen Ernährung
den Anteil verdoppeln, könnte das Darmkrebs-Risiko um
40 Prozent reduziert werden, interpretieren die Forscher das
Studienergebnis. Eine dritte US-Studie, bei der 45.000 Frauen über
drei Jahrzehnte untersucht wurden, kann diese schützende
Wirkung in einer Publikation im International
Journal of Epidemiology nicht
bestätigen. Das europäische
Team geht davon aus, dass dies auf ein unpassendes Probanden-Sample
zurückzuführen ist. Vermutlich wurden Personen
untersucht, deren Ballaststoff-Aufnahme zu gering ist, um
eine positive
Wirkung zu erzeugen.
Weiters ergab die Studie, dass in den Niederlanden, Deutschland,
Schweden und Dänemark Getreide die hauptsächliche
Ballaststoffquelle darstellt. In Frankreich und Großbritannien
rangiert Gemüse an oberster Stelle, während man in
Italien und Frankreich am liebsten auf Obst zurückgreift.
pressetext.austria