Neben diesen wurden auch noch andere Fakten auf einem Symposium* in der Hansestadt präsentiert: So zeigen Langzeitbeobachtungen bei Patienten mit neurologischen Erkrankungen, die über zehn Jahre mit diesem Präparat behandelt wurden, dass das Auftreten von Nebenwirkungen mit 2 bis 10 % über alle Behandlungszyklen hinweg sehr gering war.
99,5 % der Patienten bildeten keine Antikörper
Aus den Zwischenergebnissen einer aktuellen Beobachtungsstudie an 326 Patienten geht hervor, dass die Bildung neutralisierender Antikörper unter diesem Botulinumtoxin-Präparat gering ist: Von 1036 evaluierten Proben waren 99,5 % Antikörper-negativ. Lediglich ein Patient wurde positiv auf neutralisierende Antikörper getestet, bei vier weiteren Patienten war das Ergebnis nicht eindeutig. Nach Ansicht der Experten sei ein antikörpervermitteltes Therapieversagen bei Botulinumtoxin selten.
Professor Dr. Gerhard Reichel von der Paracelsus Klinik in Zwickau sieht bei jedem zweiten Patienten mit Therapieversagen soziale Probleme als ursächlich an. Ebenso können auch eine falsche Erwartungshaltung des Patienten oder eine falsche Diagnose eine Rolle spielen. „Es gibt aber auch Fälle, bei denen sich keine Ursache für das Versagen finden lässt“, erklärt Prof. Reichel.
* Das Symposium „Botulinumtoxin 2005 – Forschung und Fortschritt“ wurde unterstützt vom Unternehmen Allergan.
aesthetic TRIBUNE, Ausgabe 4 / 2005 S.9, rp