14.2.03
Wissenschafter
der Frauenkliniken der Universitäten
München
und Kiel berichten über drei Fälle von Brustabszess
nach Brustwarzenpiercing und zeigen die dahinterstehenden
gesundheitlichen wie gesellschaftlichen Probleme auf.
Drei Patientinnen zwischen 28 und 35 Jahren wurden mit Brustabszess
nach Brustwarzenpiercing stationär aufgenommen, wobei
das Piercing etwa 8 Monate zurücklag. Bei allen wurde
eine operative Eröffnung und Entfernung des Abszessherdes
mit postoperativer Antibiotikagabe durchgeführt, wobei
es sich bei den verursachenden Keimen um Mykobakterien, Staphylokokken
und Streptokokken Gruppe B handelte. Die Krankenhausaufenthaltsdauer
betrug im Durchschnitt 8 Tage, die Kosten lagen im Durchschnitt
bei 3.624,54 €.
Nur sieben Fallberichte von Brustinfektionen nach Brustwarzenpiercing
sind bisher in der Fachliteratur dokumentiert. Die Wundheilung
des Piercingkanals variiert und kann 6-12 Monate dauern.
Das Risiko einer Brustinfektion liegt bei ca. 10-20 %, oft
im Intervall
von mehreren Monaten nach dem Piercing. Mangelndes Verständnis
und inkonsequente Durchführung der hygienische Pflege
der Inzisionen neben anderen Risikofaktoren wie u. a. Nikotinabusus
oder Augmentationsplastik erhöhen das Infektionsrisiko.
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Quelle: Zentralbl Gynakol 2002; 378-385