Vorbemerkung:
Der „normale“, natürliche Stuhlgangrhythmus
kann von Mensch zu Mensch verschieden sein.
Eine Stuhlentleerung
pro Tag ist für viele Menschen normal. Für andere
sind zwei bis drei Stuhlgänge genauso normal wie für
manche Menschen alle zwei bis drei Tage nur eine Stuhlentleerung.
Es ist daher unsinnig, gegen seinen natürlichen Darmrhythmus
eine tägliche Stuhlentleerung mit Abführmitteln
erzwingen zu wollen!
JEDES ABFÜHRMITTEL IST EIN REIZMITTEL für den Darm,
dazu zählen auch Darmpflege- und Blutreinigungsmittel
der verschiedensten Zubereitung. Selbst die angeblich „natürlichen“,
weil pflanzlichen, Mittel sind nicht weniger schädlich
als andere! (Anmerkung: nur selten gelingt es der Chemie, so
gefährliche und hochwirksame Gifte zu produzieren, wie
es viele Pflanzen ganz einfach und „natürlich“ können!).
Gegen eine kurzzeitige Einnahme von Abführmitteln ist
in besonderen Situationen nichts einzuwenden. Aber jede langzeitige
oder gar ständige Anwendung solcher Reizmittel muß zwangsläufig
früher oder später zu Störungen oder gar Schäden
an verschiedenen Organen, nicht nur Darm, führen. Oft
entwickeln sich solche Schäden sehr schleichend und
werden daher nur sehr schwer, manchmal gar nicht erkannt.
JEDER NORMALE DARM BRAUCHT NACH EINER ABFÜHRMITTELGABE
1-3 (-4) TAGE RUHE, UM WIEDER NATÜRLICH FUNKTIONIEREN
UND STUHL TRANSPORTIEREN ZU KÖNNEN.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, dem Darm wieder zu
seinem natürlichen Stuhlrhythmus zu verhelfen. Ein vorübergehendes
Aussetzen für 2, 3 oder auch 4 Tage, vielleicht mit Völlegefühl
und Mißempfindungen, sollte dabei in Kauf genommen
werden.
Die Ernährung in fast allen Industriestaaten ist relativ
energiereich (d. h. zu reich an Kalorien) und arm an Schlacken
und Ballaststoffen. Nach medizinischen Erfahrungen hat sich
jedoch diese ballaststoffarme, aber energiereiche Ernährung
als mitverantwortlich für viele Darmstörungen und
manche Erkrankungen erwiesen.
Hier ist die regelmäßige Einnahme von Weizenkleie
eine besonders wirksame Abhilfe und gleichzeitig ein hervorragendes
Hilfsmittel zur Wiedererlangung eines natürlichen, regelmäßigen
Stuhlgangs. Sie ist arm an Kalorien und besonders reich an
Rohrfasern, Schleim- und Quellstoffen, sie läßt
sich problem- und geschmacklos sehr vielen Getränken,
Speisen und Mahlzeiten beifügen (Joghurt, Topfen, Fruchtsäfte,
Müsli, Kompotte, Gemüsegerichte, Suppen, Klöße
u.v.a.). 10 - 20 g Weizenkleie täglich, das sind 4 - 8
Eßlöffel (später auch weniger) sind optimal
zur Erzielung eines geregelten, lockeren Stuhlganges. Dabei
SOLLTE UNBEDINGT REICHLICH FLÜSSIGKEIT in Form von Fruchtsäften,
Mineralwasser, Buttermilch usw. getrunken werden.
Andere Quell- und rohfaserreiche Mittel sind
LEINSAMEN geschrotet oder auch FLOHSAMEN. Beide sind allerdings
kalorienreicher
als Kleie; sie sollten zwei Stunden zuvor in Wasser aufgeweicht
und zusammen mit zwei Eßlöffeln MILCHZUCKER als
Mus oder zusammen mit Apfelmus, Joghurt oder ähnlichen
Speisen eingenommen werden. Auch der MILCHZUCKER ist ein
sehr gutes, natürliches Hilfsmittel zur Stuhlregulierung.
Er süßt nur sehr wenig, ist sonst geschmacksneutral
und kann vielen Getränken und Speisen beigemischt werden.
2 - 4 gehäufte Teelöffel ( 15 - 30 g, 60 - 120
Kalorien) pro Tag regen die Darmbewegung kräftig an
und fördern eine günstige Darmbakterienflora.
Weitere Maßnahmen, die Darmtätigkeit auf möglichst
natürlichste Weise anzuregen:
MORGENS sofort nach dem Aufwachen, nüchtern vor dem
Frühstück: ein Glas KALTEN Fruchtsaft (Apfel, Johannisbeere,
Orange o.ä.), darin gelöst 2 - 3 gehäufte
Teelöffel Milchzucker oder 1 Glas eisgekühlten
Mineralwasser mit Milchzucker oder 1 Glas Buttermilch mit
zwei gehäuften Teelöffeln Milchzucker im Wechsel.
Zum Frühstück schwarzen, ungesüßten
Kaffee, Vollkornbrot, Graham- oder Schrottbrot mit Marmelade
oder Honig; frisches Obst nach Belieben (außer Bananen).
Nach dem Frühstück (möglichst immer zur gleichen
Stunde) in Ruhe, auch ohne Stuhldrang, Entleerungsversuch
für 5 Minuten. Hierbei nicht allzu stark pressen und
Fußbank unter die Füße stellen. Wenn kein
Erfolg, nach 5 - 7 Minuten abbrechen und der gewohnten Tätigkeit
nachgehen. Tagsüber jedoch auf jeden leichteren Stuhldrang
sofort die Toilette aufsuchen. STUHLDRANG NICHT UNTERDRÜCKEN!
Möglichst Fußmarsch zur Arbeitsstelle einplanen,
dabei bewußt langsam tief ein und ausatmen.
Zu den Mahlzeiten allgemein: gegrilltes oder gekochtes (nicht
gebratenes, nicht zu fettes) Fleisch, reichlich Gemüse
(nicht mehlgebunden), viel Rohkost, Salate und frisches Obst,
Topfen nach belieben. Zu jeder Mahlzeit 1 (- 2) Glas Mineralwasser
oder Fruchtsaft trinken. Abends ggf. eine Flasche Bier trinken
(lieber dunkles).
Wenig frische Teigwaren, Mehlspeisen, Reis, Weißbrot,
Kuchen, Pommes frites, fette Wurst. Keine Süßigkeiten
wie Schokolade, Konfekt, Kakao, KEINE BANANEN!
Flüssigkeit nach belieben, aber reichlich, bevorzugt
Buttermilch, Dickmilch, Joghurt, Fruchtsäfte (ggf. 1
- 2 gehäufte Teelöffel Milchzucker zusetzen). Zwischen
16 und 18 Uhr (vor der Abendmahlzeit) nochmals zwei Eßlöffel
Weizenkleie oder geschroteten Leinsamen oder Flohsamen, 2
Stunden vorher eingeweicht, als Mus mit 2 Teelöffeln
Milchzucker mit Apfelmus oder Buttermilch oder Joghurt.
In hartnäckigen Fällen abends zusätzlich 1
- 2 Glas rohen Suerkrautsaft trinken.
Falls erste Stuhlportion sehr hart („Pfropfen“),
15 Minuten vor der Stuhlentleerung 1 Glycerin-Zäpfchen
einführen (oder 1 Tube Micro-Klist oder ein ähnlich
wirkendes Zäpfchen). In besonderen Fällen und bei
bestimmten Erkrankungen (Zucker, Galle, Hochdruck u. a.)
spezielle Anweisungen durch den Arzt beachten.