Dr. Valery Edwabny - Frauenarzt, Wien, Österreich. Gynäkologie, Proktologie, Geburtshilfe, Ernährungsmedizin, Naturheilkunde, NuTron Test - Lebensmittelunverträglichkeit, Lebensmittelintoleranz. Deutsch, Englisch, Russisch. Dr. Valery Edwabny - Frauenarzt, Wien, Österreich. Gynäkologie, Proktologie, Geburtshilfe, Ernährungsmedizin, Naturheilkunde, NuTron Test - Lebensmittelunverträglichkeit, Lebensmittelintoleranz. Deutsch, Englisch, Russisch.
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Proktologie

 
 
chronische verstopfung

Chronische Verstopfung
und
Abführmittelmißbrauch

 

Ursachen, Folgen und Möglichkeiten zu deren Behebung

 

 


Vorbemerkung: Der „normale“, natürliche Stuhlgangrhythmus kann von Mensch zu Mensch verschieden sein.

Eine Stuhlentleerung pro Tag ist für viele Menschen normal. Für andere sind zwei bis drei Stuhlgänge genauso normal wie für manche Menschen alle zwei bis drei Tage nur eine Stuhlentleerung.

Es ist daher unsinnig, gegen seinen natürlichen Darmrhythmus eine tägliche Stuhlentleerung mit Abführmitteln erzwingen zu wollen!

JEDES ABFÜHRMITTEL IST EIN REIZMITTEL für den Darm, dazu zählen auch Darmpflege- und Blutreinigungsmittel der verschiedensten Zubereitung. Selbst die angeblich „natürlichen“, weil pflanzlichen, Mittel sind nicht weniger schädlich als andere! (Anmerkung: nur selten gelingt es der Chemie, so gefährliche und hochwirksame Gifte zu produzieren, wie es viele Pflanzen ganz einfach und „natürlich“ können!). Gegen eine kurzzeitige Einnahme von Abführmitteln ist in besonderen Situationen nichts einzuwenden. Aber jede langzeitige oder gar ständige Anwendung solcher Reizmittel muß zwangsläufig früher oder später zu Störungen oder gar Schäden an verschiedenen Organen, nicht nur Darm, führen. Oft entwickeln sich solche Schäden sehr schleichend und werden daher nur sehr schwer, manchmal gar nicht erkannt.

JEDER NORMALE DARM BRAUCHT NACH EINER ABFÜHRMITTELGABE 1-3 (-4) TAGE RUHE, UM WIEDER NATÜRLICH FUNKTIONIEREN UND STUHL TRANSPORTIEREN ZU KÖNNEN.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, dem Darm wieder zu seinem natürlichen Stuhlrhythmus zu verhelfen. Ein vorübergehendes Aussetzen für 2, 3 oder auch 4 Tage, vielleicht mit Völlegefühl und Mißempfindungen, sollte dabei in Kauf genommen werden.

Die Ernährung in fast allen Industriestaaten ist relativ energiereich (d. h. zu reich an Kalorien) und arm an Schlacken und Ballaststoffen. Nach medizinischen Erfahrungen hat sich jedoch diese ballaststoffarme, aber energiereiche Ernährung als mitverantwortlich für viele Darmstörungen und manche Erkrankungen erwiesen.

Hier ist die regelmäßige Einnahme von Weizenkleie eine besonders wirksame Abhilfe und gleichzeitig ein hervorragendes Hilfsmittel zur Wiedererlangung eines natürlichen, regelmäßigen Stuhlgangs. Sie ist arm an Kalorien und besonders reich an Rohrfasern, Schleim- und Quellstoffen, sie läßt sich problem- und geschmacklos sehr vielen Getränken, Speisen und Mahlzeiten beifügen (Joghurt, Topfen, Fruchtsäfte, Müsli, Kompotte, Gemüsegerichte, Suppen, Klöße u.v.a.). 10 - 20 g Weizenkleie täglich, das sind 4 - 8 Eßlöffel (später auch weniger) sind optimal zur Erzielung eines geregelten, lockeren Stuhlganges. Dabei SOLLTE UNBEDINGT REICHLICH FLÜSSIGKEIT in Form von Fruchtsäften, Mineralwasser, Buttermilch usw. getrunken werden.

Andere Quell- und rohfaserreiche Mittel sind LEINSAMEN geschrotet oder auch FLOHSAMEN. Beide sind allerdings kalorienreicher als Kleie; sie sollten zwei Stunden zuvor in Wasser aufgeweicht und zusammen mit zwei Eßlöffeln MILCHZUCKER als Mus oder zusammen mit Apfelmus, Joghurt oder ähnlichen Speisen eingenommen werden. Auch der MILCHZUCKER ist ein sehr gutes, natürliches Hilfsmittel zur Stuhlregulierung. Er süßt nur sehr wenig, ist sonst geschmacksneutral und kann vielen Getränken und Speisen beigemischt werden.
2 - 4 gehäufte Teelöffel ( 15 - 30 g, 60 - 120 Kalorien) pro Tag regen die Darmbewegung kräftig an und fördern eine günstige Darmbakterienflora.

Weitere Maßnahmen, die Darmtätigkeit auf möglichst natürlichste Weise anzuregen:

MORGENS sofort nach dem Aufwachen, nüchtern vor dem Frühstück: ein Glas KALTEN Fruchtsaft (Apfel, Johannisbeere, Orange o.ä.), darin gelöst 2 - 3 gehäufte Teelöffel Milchzucker oder 1 Glas eisgekühlten Mineralwasser mit Milchzucker oder 1 Glas Buttermilch mit zwei gehäuften Teelöffeln Milchzucker im Wechsel.

Zum Frühstück schwarzen, ungesüßten Kaffee, Vollkornbrot, Graham- oder Schrottbrot mit Marmelade oder Honig; frisches Obst nach Belieben (außer Bananen). Nach dem Frühstück (möglichst immer zur gleichen Stunde) in Ruhe, auch ohne Stuhldrang, Entleerungsversuch für 5 Minuten. Hierbei nicht allzu stark pressen und Fußbank unter die Füße stellen. Wenn kein Erfolg, nach 5 - 7 Minuten abbrechen und der gewohnten Tätigkeit nachgehen. Tagsüber jedoch auf jeden leichteren Stuhldrang sofort die Toilette aufsuchen. STUHLDRANG NICHT UNTERDRÜCKEN!

Möglichst Fußmarsch zur Arbeitsstelle einplanen, dabei bewußt langsam tief ein und ausatmen.

Zu den Mahlzeiten allgemein: gegrilltes oder gekochtes (nicht gebratenes, nicht zu fettes) Fleisch, reichlich Gemüse (nicht mehlgebunden), viel Rohkost, Salate und frisches Obst, Topfen nach belieben. Zu jeder Mahlzeit 1 (- 2) Glas Mineralwasser oder Fruchtsaft trinken. Abends ggf. eine Flasche Bier trinken (lieber dunkles).

Wenig frische Teigwaren, Mehlspeisen, Reis, Weißbrot, Kuchen, Pommes frites, fette Wurst. Keine Süßigkeiten wie Schokolade, Konfekt, Kakao, KEINE BANANEN!

Flüssigkeit nach belieben, aber reichlich, bevorzugt Buttermilch, Dickmilch, Joghurt, Fruchtsäfte (ggf. 1 - 2 gehäufte Teelöffel Milchzucker zusetzen). Zwischen 16 und 18 Uhr (vor der Abendmahlzeit) nochmals zwei Eßlöffel Weizenkleie oder geschroteten Leinsamen oder Flohsamen, 2 Stunden vorher eingeweicht, als Mus mit 2 Teelöffeln Milchzucker mit Apfelmus oder Buttermilch oder Joghurt.

In hartnäckigen Fällen abends zusätzlich 1 - 2 Glas rohen Suerkrautsaft trinken.
Falls erste Stuhlportion sehr hart („Pfropfen“), 15 Minuten vor der Stuhlentleerung 1 Glycerin-Zäpfchen einführen (oder 1 Tube Micro-Klist oder ein ähnlich wirkendes Zäpfchen). In besonderen Fällen und bei bestimmten Erkrankungen (Zucker, Galle, Hochdruck u. a.) spezielle Anweisungen durch den Arzt beachten.

 
 

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