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Grund für seinen Appell sind Erkenntnisse, nach denen
Parodontitis einen unabhängiger Risikofaktor für
viele Systemerkrankungen darstellt und außerdem mit
einer gesteigerten Frühgeburtenrate in Assoziation
gebracht wurde. Auch die Ausbildungswege - sowohl in
der Human-, als
auch in der Zahnmedizin - sollten deshalb „drastisch
verändert" werden, um mehr als bisher fachübergreifendes
Wissen zu vermitteln, so Noack auf einer Veranstaltung
der
Kölner Universität und der Zahnärztekammer
Nordrhein in Köln.
Epidemiologische Studien haben nach seinen Angaben eindeutig
ergeben, dass das relative KHK- und Atheroskleroserisiko für
Personen mit Parodontitis fast dreifach erhöht ist. Als
Ursache dafür gilt eine von dem bakteriell entzündeten
Zahnfleisch ausgehende Bakteriämie. Zum Beispiel haben,
wie berichtet, US-Forscher herausgefunden, dass Thrombozyten
bei Kontakt mit dem Parodontitis-Keim Porphyromonas gingivalis
sofort verklumpen.
Außerdem gebe es aber auch Studienresultate, nach denen
Parodontitis mit dem Auftreten von Pneumonien bei bettlägerigen
Patienten und mit chronischen Atemwegserkrankungen zusammenhänge,
berichtete der in Moers niedergelassene Zahnarzt Dr. Rüdiger
Butz.
Darüber hinaus, so Noack, sei heute klar, dass Schwangere
mit Parodontitis ein siebenfach höheres Risiko für
Frühgeburten aufweisen als Frauen mit gesundem Zahnfleisch.
Bei Frauen mit Kinderwunsch sollte deshalb stets eine zahnärztliche
Untersuchung des Parodonts veranlasst werden und gegebenenfalls
vor der Schwangerschaft eine Parodontitis-Therapie erfolgen.
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2000 www.medaustria.at
Quelle: Medpoint
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