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Dr. Norbert Gleicher und Kollegen vom New Yorker Institut
für Reproduktionsmedizin untersuchten, wie Mehrlingsgeburten
nach Hormontherapien verhindert werden könnten.
Im New England Journal of Medicine berichten die
Forscher, dass es
dazu keine bekannten Möglichkeiten gäbe. Nach Ansicht
der Experten ist deshalb bei Unfruchtbarkeit die künstliche
Befruchtung der Hormontherapie vorzuziehen. Über zweieinhalb
Jahre hatten die Wissenschaftler 1.494 Frauen begleitet,
die
mit dem Hormon Gonadotropin behandelt wurden.
Insgesamt 441 Frauen der Gruppe wurden schwanger, 88 Frauen
mit Zwillingen, 22 mit Drillingen, 10 mit Vierlingen, fünf
mit Fünflingen und zwei mit Sechslingen. Die Gesamtzahl
der Follikel (sieben oder mehr) und die steigende maximale
Östradiol-Konzentration (>1.395pg/ml) korrelieren
signifikant mit dem Risiko einer Mehrlingsschwangerschaft
(p<0,001), ebenso wie ein jüngeres Lebensalter (p=0,008).
Die natürliche Rate für diese Geburten liegt bei
0,01 Prozent. Der Verlauf von Mehrlingsgeburten ist häufig
äußerst kompliziert. Oft werden Kinder zu früh
geboren und haben daher ein relativ geringes Gewicht. Trotz
Intensivpflege laufen diese Babys Gefahr, lebenslange Entwicklungsschäden
davonzutragen. Obwohl die künstliche Befruchtung teurer
sei als die Hormonbehandlungen, könnte sich eine Umstellung
der Methoden durchaus auszahlen, erklären die Forscher.
Nachdem vermutlich weniger Frühgeburten zu versorgen
seien, würde der Bedarf an teurer Intensivpflege für
die Babys sinken. Norbert Gleicher erklärte, dass bereits
in ein oder zwei Jahren mit einer starken Verminderung der
Hormontherapien zu rechnen sei.
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2000 www.medaustria.at
Quelle: NEJM; 2000, 343: 2-7
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