Jungfräulichkeit bezeichnet den Zustand einer Frau, die noch keinen Geschlechtsverkehr hatte. Mädchen sind von ihrer Geburt bis zu ihrem ersten Geschlechtsverkehr Jungfrauen. Der erste Geschlechtsverkehr einer Frau wird Defloration oder Entjungferung genannt. Die Jungfräulichkeit einer Frau galt früher als Bedingung für ihre Heirat. In vielen Kulturen ist das noch heute so, zum Beispiel bei der arrangierten Heirat. Zur Prüfung der Jungfräulichkeit wurde gelegentlich vor der Eheschließung das Hymen der Frau auf seine Unversehrtheit, beziehungsweise das Laken des Bettes nach der Hochzeitsnacht auf Blutflecken überprüft. In vielen Religionen spielt die Jungfräulichkeit eine wichtige Rolle. Zum Beispiel sind in der griechischen Mythologie die Göttinnen Athene, Artemis und Hestia Jungfrauen. Der Gott Mithras ist nach der mithraistischen Überlieferung von einer Jungfrau geboren worden. Das Christentum lehrt, dass ein Mensch "unbefleckt", sprich als Jungfrau, in die Ehe gehen soll, Geschlechtsverkehr ist also nach christlicher Vorstellung nur in der Ehe mit dem (andersgeschlechtlichen) Ehepartner erlaubt. Außerdem gibt es das Glaubensdogma der jungfräulichen Geburt von Jesus von Nazaret durch Maria, die deswegen auch die heilige Jungfrau genannt wird. Die Jungfräulichkeit (definiert als ehelose Keuschheit) ist Teil des Gelübdes katholischer Ordensleute. Der englische Ausdruck virgin kann sich auf Personen beiden Geschlechts beziehen. In der deutschen Sprache gibt es dagegen kein entsprechendes Wort für Männer – bis ins 19. Jahrhundert wurde der Begriff Jüngling benutzt. Umgangssprachlich wird heute Jungfrau gelegentlich übernommen. Aus Bedenken, der Begriff könne mangelnde Männlichkeit implizieren, werden häufig Formulierungen wie jemand hatte noch keinen Sex vorgezogen. |