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Bochum (pte, 21. Okt 2004)
Sowohl die nach den Regeln
der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) als auch die
sogennante Sham-Akupunktur, bei
der an Nicht-Akupunkturpunkten gestochen wird, wirken nach
den Untersuchungen, die vom Studienleiter Hans-Joachim Trampisch
von der Abteilung für Medizinische Informatik, Biometrie und
Epidemiologie koordiniert werden.
Je über 1.000 Patienten mit
länger als sechs Monate dauernden Kreuz- bzw. Knieschmerzen
nahmen an den beiden kontrollierten Studien teil. Dabei wurden
drei verschiedene Methoden angewendet: TCM-, Sham-Akupunktur
oder Standardtherapie.
Die Teilnehmer der Akupunktur-Gruppen
erhielten zehn bis 15 Behandlungen binnen sechs bzw. zwölf
Wochen. Falls notwendig, waren Schmerzmittel bis zu einem vorher
definierten Höchstmaß erlaubt. Nicht erlaubt waren Zusatztherapien
wie Spritzen oder bei Kreuzschmerzen Krankengymnastik. In die
Kreuzschmerz-Teilstudie wurden mit der Akupunktur nach TCM-Regeln
bei 71,1 Prozent der Patienten Schmerzlinderungen und/oder
Funktionsverbesserungen verzeichnet.
Die Sham-Akupunktur war
in 67,7 Prozent der Fälle erfolgreich, die Standardtherapie
jedoch nur in 57,6 Prozent. Durch Einberechnen von nicht erlaubten
Zusatztherapien wie Krankengymnastik oder Spritzen, die durch
Telefoninterviews erfasst wurden, sanken die Erfolgsraten auf
47,6 Prozent für die Akupunktur nach TCM-Regeln, 44,2 Prozent
für die Sham-Akupunktur und nur 27,4 Prozent für die Standardtherapie.
"Der über
sechs Monate nachweisbare Effekt von Akupunktur führte zu einem
geringeren Verbrauch an Medikamenten und weiteren Therapieformen
im Nachuntersuchungszeitraum als unter Standardtherapie", so
gerac-Teilstudienleiter Michael Haake von der Orthopädische
Klinik der Universität Regensburg.
Ähnlich sehen die Ergebnisse
drei Monate nach dem Behandlungsende für die Teilstudie Kniegelenksverschleiß aus.
Dort erzielte die TCM-Akupunktur eine Erfolgsrate von 51 Prozent,
die Sham-Akupunktur 48 Prozent und die mit der konventionellen
Standardtherapie nur 28 Prozent.
Auffallend ist, dass es auch
hier keine signifikanten Unterschiede zwischen den Effekten
der TCM- und der Sham-Akupunktur gibt, berichten die Forscher.
Die Auswahl der Akupunkturpunkte sowie die spezifische Stichtechnik
scheint somit keinen wesentlichen Einfluss auf den Therapieeffekt
zu haben.
Die Studie sollte auch als Grundlage für die Beratungen zur Aufnahme in den Leistungskatalog
der Krankenkassen dienen. In Deutschland führen etwa rund 17 Prozent aller niedergelassenen
Mediziner Akupunktur bei verschiedenen Erkrankungen durch.
"Die vergleichbar
hohe Wirksamkeit der TCM- und der Sham-Akupunktur wirft jedoch weitere Fragen
auf, ohne dass der beobachtete Effekt aus den vorhandenen Ergebnissen erklärt
werden kann", meint Teilstudienleiter Hanns-Peter Scharf von der Orthopädischenn
Klinik der Universität Heidelberg. Weitere Studien wären hierzu notwendig, meint
der Experte.
pressetext.deutschland
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