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Melbourne (pte, 15. Jun 2004)
Australische
Forscher warnen nach einer umfangreichen Studie vor so genannten "Light-Produkten":
Die Untersuchungen der Deakin
University in Melbourne haben
ergeben, dass viele Nahrungsmittel, die einen niedrigen Fettgehalt
haben, dafür eine hohe Energiedichte aufweisen. Im Vergleich
dazu hatten etwa 50 Gemüsegerichte, die eine relativ große
Menge Öl enthielten, keine besonders hohe Energiedichte, berichtet
das Institut
Ranke-Heinemann.
Die Energiedichte der Nahrung ist der Energiegehalt der Lebensmittel
bezogen auf das Gewicht (kJ/g). Durchschnittliche Mahlzeiten
ohne Einbeziehung von Getränken weisen eine Energiedichte von
5,1 kJ/g auf. Im Vergleich dazu hatten die untersuchten fettarmen
Lebensmittel eine durchschnittliche Energiedichte von 7,7 kJ/g.
Der derzeitige Stand der Forschung legt nahe, dass Menschen
stärker dazu neigen, insgesamt zuviel Energie auf- und an Gewicht
zuzunehmen, je höher die Energiedichte ihrer Nahrung ist.
Studienleiterin
Helen La Fontaine war überrascht von der Energiemenge, die
in Produkten mit der Kennzeichnung "fettarm", "light" und "Diät" enthalten
war. "Viele Leute, die diese Produkte kaufen, wollen auf ihr
Gewicht achten und erwarten daher, dass die Lebensmittel auch
einen niedrigeren Energiegehalt haben. Tatsächlich ist der
Energiegehalt auch niedriger als bei den entsprechenden Produkten
mit höherem Fettgehalt, allerdings sind sie trotzdem sehr energiereich",
erklärt La Fontaine. Außerdem enthalten viele der fettarmen
Produkte eine große Menge an Zuckerzusätzen oder anderen industriell
bearbeiteten Kohlehydraten, führt die Expertin aus. Die Analyse
der Gemüsegerichte zeigte dagegen, dass diese trotz ihres relativ
hohen Gehalts an pflanzlichem Öl mit 3,9 kJ/g eine sehr niedrige
Energiedichte aufwiesen. Ausnahmen bilden jedoch Pommes Frites,
die je nach Schnitt eine Dichte von zehn kJ/g bis 12,5 kJ/g
haben.
Die Expertin rät, dass Menschen, die auf ihr Gewicht achten, fettreiche Lebensmittel
meiden, aber auch bei Light-Produkten nicht zu oft zugreifen sollten. Als Alternative
bietet sich eine Ernährung mit einem höheren Anteil an Obst, Gemüse und Vollkornprodukten
an. Auswirkungen könnten die Studienergebnisse auch auf die Kennzeichnung der
Nahrungsmittel haben. "Mindestens ein Viertel der Etikettierung der untersuchten
fettarmen Produkte entsprach nicht den Regeln der Lebensmittelindustrie", so
Co-Autor Boyd Swinburn. Der Experte fordert, dass die Verbraucher vor Angaben
geschützt werden müssen, die entweder irreführend sind oder zu einem höheren
Verzehr verleiten. Dazu müssten auf allen Etiketten von Produkten, die implizit
fett- oder energiearm sind oder die Bezeichnungen "Diät" und "light" tragen,
Angaben über die Energiedichte gemacht werden.
pressetext.austria
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