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Muttermilch

In Muttermilch
ist alles drin

 


Während der Weltstillwoche noch bis zum 3. Oktober wird für das Ernähren der Säuglinge mit Muttermilch geworben. Hebammen setzen sich dafür ein, dass Säuglinge ausschließlich gestillt werden.

 
 

28.09.2004

"Muttermilch ist für sehr viele Frauen die einfachste, gesündeste, billigste und beziehungsförderndste Form der Säuglingsernährung", unterstreicht Magdalene Glück, die Stillbeauftragte des Hebammenverbandes Pforzheim/Enzkreis aus Königsbach-Stein, gegenüber der "Pforzheimer Zeitung".

Ausschließlich stillen heißt, dass das Kind von Anfang an nur Muttermilch erhält, keine Glukose, keinen Tee, keine künstliche Nahrung. "In Pforzheim und dem Enzkreis wird das sehr häufig praktiziert", lobt Magdalene Glück, "zugefüttert wird in den ersten Tagen, wenn nötig, nur Wasser oder eiweißfreie Spezialnahrung, bis sich das Stillen eingespielt hat." Kunstmilch werde nur bei bestehendem Muttermilchmangel oder auf ausdrücklichen Wunsch der Mutter eingesetzt.

Das Stillen habe vielfältige positive Auswirkungen, unterstreichen die Hebammen. So gebe es der Darmflora des Kindes die optimale Chance zur Ausreifung, was wiederum die Immunabwehr und den Umgang mit Allergenen stärke. Durchfallerkrankungen und Lungenentzündungen würden weltweit wesentlich reduziert. Zudem enthalte Muttermilch genau die richtige Menge an Kalorien, Eiweiß, Vitaminen und Nährstoffen, die das Baby brauche. Auch passe sich die Zusammensetzung der Muttermilch ganz ideal dem Alter des Säuglings an.

"In der Muttermilch ist alles vorhanden, was das Baby in den ersten sechs Lebensmonaten benötigt", betont Hebamme Glück. Um sicher zu sein, dass das Kind genügend Milch bekomme, sollte die Mutter möglichst bald nach der Geburt mit dem Stillen beginnen. Das stimuliere die Milchproduktion. Das Neugeborene solle so häufig saugen dürfen, wie es möchte, Tag und Nacht. Die Mutter solle das Kind jedes Mal so lange trinken lassen, wie es will.

Ein Baby, das zusätzliche Nahrung bekomme, sei weniger hungrig und trinke geringere Mengen aus der Brust. Dann produziere die Mutter weniger Milch. "Die fremde Nahrung erhöht nicht die Trinkmenge des Babys, sondern ersetzt die Muttermilch", warnen die Hebammen. Hier gelte das Gesetz, die Nachfrage regelt das Angebot. "Mütter brauchen eine stillfreundliche Umgebung, korrektes Wissen und Selbstvertrauen, um erfolgreich stillen zu können."

Weltweit werden nur 39 Prozent aller Babys in den ersten vier Monaten voll gestillt. Magdalene Glück bedauert das: "In vielen Ländern der Erde führt die frühzeitige Ernährung von Babys mit Kunstmilch zu Mangelkrankheiten und Infektionen bis hin zum Tod. Ursachen sind Unwissenheit, Armut und mangelnde Hygiene." Auch die Gesundheit der Wöchnerinnen und die Verhütung von weiteren Schwangerschaften hänge weltweit nicht unwesentlich vom ausschließlichen Stillen ab

PFORZHEIMER ZEITUNG