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therapeutische optionen bei Frauen mit Menorrhagie

Therapeutische
Optionen bei Frauen
mit Menorrhagie

(Menorrhagie = zu starke und zu lang
anhaltende Menstruationsblutung)

 


Menorrhagien zählen in der gynäkologischen Praxis zu den häufigsten Beschwerden und sind oftmals Grund für eine Hysterektomie oder eine Endometrium-Ablation. Wesentlich schonender sind lokal zu applizierende Gestagen-Depots wie sie in Form von Mirena® zur Verfügung stehen. Besonders vorteilhaft ist dabei aus praktischer Sicht, daß die Spirale über eine Wirkdauer von 5 Jahren verfügt und die Fertilität nach Absetzen wieder gewonnen wird.

 
 


Frauen mit einer Menorrhagie zur gynäkologischen Abklärung kommen, stellt sich zunächst das Problem der Quantifizierung, die aus praktischen Gründen routinemäßig nicht durchgeführt werden kann. Aus Untersuchungen mit Messungen des menstruellen Blutverlustes ist allerdings bekannt, daß weniger als 50% der Frauen mit Menorrhagien die obere Normgrenze von 80ml/Zyklus überschreiten. In der überwiegenden Mehrheit der Patientinnen sind auch keine morphologischen Anomalien zu finden, sodaß bei einem Großteil die Verbesserung des subjektiven Wohlbefindens und der Lebensqualität das therapeutische Ziel ist.

Wie groß der Leidensdruck bei diesen Frauen sein kann, läßt sich dadurch erahnen, daß nicht selten operative oder invasive Maßnahmen in Kauf genommen werden, um eine Besserung oder Eliminierung der Menorrhagie zu erzielen. Nicht zu unterschätzen ist in diesem Zusammenhang das psychosoziale Umfeld der Frau, das die Entscheidung für die eine oder andere Therapie entscheidend mitbeeinflußt.

Um eine möglichst schonende und kostengünstige Behandlung der Menorrhagie zu gewährleisten, ist zunächst eine Aufklärung der Frauen über die bestehenden therapeutischen Optionen vonnöten. Was das therapeutische Vorgehen betrifft, gibt es Richtlinien einschlägiger Fachgesellschaften, die im ersten Schritt eine Ausschöpfung der medikamentösen Möglichkeiten empfehlen. Ist damit kein ausreichender Behandlungserfolg möglich, kommen operative Verfahren wie Hysterektomie oder Endometrium-Ablation in Frage.

Medikamentöse Behandlung der Menorrhagie

Zu den medikamentösen Maßnahmen im Rahmen der Menorrhagie-Behandlung zählen laut den Empfehlungen des Royal College of Obstetricians and Gynecologists Mefenamin- und Tranexamsäure, nicht aber orale Progestagene. Als vielversprechende neue Therapieform ist Mirena® zu nennen, ein IUS (intrauterines System), das über einen Zeitraum von 5 Jahren kontinuierlich Levonorgestrel freisetzt. Damit gelingt einerseits eine zuverlässige Kontrazeption, andererseits hat sich dieses Therapieprinzip auch bei der Behandlung von Menorrhagien bewährt.

Grundlage für das Wirkprofil von Mirena® ist die lokal induzierte Suppression des Endometriums und - im Hinblick auf die kontrazeptive Wirkung - auch die Verdickung des Zervikalschleims. Dank der lokalen Wirkung ist Mirena® besonders gut für die postpartale Empfängnisverhütung geeignet, da keine relevanten Hormon-Konzentrationen in der Muttermilch zu erwarten sind.

Berücksichtigt man die lange Wirkdauer, eignen sich für den Einsatz von Mirena® besonders Frauen, die über eine längere Zeit oder generell keinen Kinderwunsch mehr haben. Als Vorteil ist weiters anzuführen, daß es bei einem Großteil der Frauen zu einer deutlichen Reduktion bzw. zu einem Ausbleiben der Regelblutung kommt - eine Eigenschaft, die auch die Grundlage für den erfolgreichen Einsatz bei der Menorrhagie darstellt.

Aus einer Vergleichsstudie gegenüber Tranexamsäure und Flurbiprofen ist bekannt, daß Mirena® bei der Menorrhagie eine äußerst wirksame Therapieform ist und den konventionellen Maßnahmen überlegen ist (Milsom et al. 1991). Während unter Tranexamsäure und Flurbiprofen nur eine gering ausgeprägte Reduktion des Menstruationsblutvolumens nachzuweisen war, zeigte sich unter Mirena® schon nach 3 Monaten eine Abnahme um rund 80%, die im weiteren Verlauf noch zunahm.

In einer weiteren Studie wurde Mirena mit oralem Norethisteron bei Frauen mit dysfunktionellen Uterusblutungen verglichen. Bezogen auf die Abnahme der Blutungstage waren beide Therapieformen gleich gut wirksam, während die Anzahl der Tage mit Zwischenblutungen insgesamt unter Mirena® niedriger war (Balogh et al. 1991).

Faßt man die vorliegenden Daten zusammen, ergibt sich insgesamt ein sehr günstiges Wirkprofil von Mirena®, wie einer Darstellung von Farquhar zu entnehmen ist. Demnach liegt die durchschnittliche Abnahme der Blutungsstärke unter Mirena® bei 90%, verglichen mit 25-35% unter NSAR, 60% unter Danazol und 50% bei einer Behandlung mit Tranexamsäure.

Keine relevante Wirkung wurde in Studien mit oralen Gestagenen (Abnahme um etwa 10%) gefunden, während orale Kontrazeptiva (Abnahme um 50%) mit den herkömmlichen Therapieformen vergleichbar sind. Gegenüber den operativen Behandlungsmöglichkeiten der Menorrhagie hat Mirena® naturgemäß den Vorteil der wesentlich geringeren Invasivität, sodaß die Rolle als Mittel der ersten Wahl gerechtfertigt erscheint.


Quelle des Artikels: The Lancet Vol 353 Juni 26, 1999

 
 

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