San Diego (pte, 01. Okt 2003)
Der
Verzehr von rotem Fleisch führt zu Ablagerungen eines
potenziell gefährlichen Moleküls im Gewebe. Zu
diesem Ergebnis ist eine Studie von Wissenschaftlern der University
of California gekommen. Das Team um Ajit Vark geht
davon aus, dass dieses Molekül durch das Auslösen
schädlicher Immunreaktionen Herzerkrankungen und Krebs
verursachen kann. Das vom menschlichen Körper nicht
produzierte Molekül, der Zucker Neu5Gc (N-glycolylneuraminic
acid), kommt in großen Mengen in Lamm-, Schweine
und Rindfleisch vor.
Tests mit drei Mitgliedern des Teams zeigten, dass der Zucker vom Gewebe aufgenommen
wird. Die Ergebnisse belegten laut BBC auch,
dass das durch die Aufnahme aktivierte Immunsystem dieses körperfremde Molekül
als Angreifer ansieht. Vark bestätigte, dass das Molekül mit größter
Wahrscheinlichkeit keine unmittelbar giftige Wirkung hat. Zusätzlich sei
es auch denkbar, dass der Mensch in der Vergangenheit durch den Verzehr von Fleisch
eine entsprechende Toleranz aufgebaut habe. "Es ist jedoch möglich,
dass es er im Laufe der Jahre zu einer Schädigung kommt." Zu bedenken
sei, neben der steigenden Lebenserwartung, die Frage, ob die allmähliche
Anreicherung mit Neu5Gc und die folgende Bildung von Antikörpern nicht später
bei der Entstehung von Krankheiten eine Rolle spielen könnten.
Die drei Freiwilligen tranken eine Neu5Gc-Lösung, die aus Schweinefleisch
hergestellt wurde. Der Großteil des Zuckers wurde vom Körper beseitigt.
Kleine Mengen konnten in der Folge nachgewiesen werden. Zwei Tage nach der Aufnahme
waren die Neu5Gc-Werte noch um das zwei bis dreifache erhöht. Nach vier
bis acht Tagen erreichen die Werte fast wieder ihren Ausgangspunkt. Die Studie
wurde in den Proceedings of the National
Academy of Sciences veröffentlicht.