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London / Beer-Sheva (pte, 30. Juni 2003)
Sexuelle
Abstinenz vor Fertilitätstests
oder Untersuchungen nützt nach Angaben von israelischen
Forschern nichts. Nach gängiger Lehrmeinung sollten Männer,
die sich solchen Untersuchungen unterziehen, mindestens ein
paar Tage vorher, abstinent bleiben. Nach den neuesten Erkenntnissen
der Wissenschaftler schadet die Abstinenz aber der Samenqualität,
berichtet BBC-Online heute.
Nach Angaben der WHO-Richtlinien wird eine Enthaltsamkeit von
zwei bis sieben Tagen vor Fruchtbarkeitsuntersuchungen an Männern
vorgeschlagen. Die Forscher der Soroka Universität und
der Ben Gurion Universität haben diese Regel aber widerlegt.
An Tausenden Probanden, die sich für Tests zur Verfügung
stellten, konnten sie zur neuen Erkenntnis gelangen. Nicht
nur die Quantität, sondern auch die Qualität des
Spermas wie Konzentration und Form verändern sich rapide.
Das Volumen nahm zwar bei einer Abstinenz von elf bis 14 Tagen
zu, die Samen-Qualität war aber schlecht. "Schon
zwei Tage Abstinenz machen die Spermien weniger beweglich",
so Studienleiter Eliahu Levitas, der die Ergebnisse seiner
Forschungsarbeit heute Montag beim jährlichen Treffen
der European Society of Human Reproduction and Embryology in
Madrid präsentieren wird.
"Für die intracytoplasmische Sperma-Injektions-Methode
(ICSI), bei der ein einzelner Same in ein Ei injiziert wird,
ist dieses Ergebnis nicht so sehr relevant. Aber für Methoden,
bei denen die Samenqualität ausschlaggebend ist, sind
die besten Spermien notwendig", so der Forscher. Die Daten
haben außerdem große Relevanz bei der gesamten
Erforschung männlicher Infertilität. Der Grund für
die Abnahme der Samenqualität bei längerer Abstinenz
ist den Wissenschaftlern bisher noch nicht klar. Levitas nimmt
an, dass oxidative DNA-Schäden durch Umwelteinflüsse,
Rauchen oder Alkoholkonsum eine Rolle spielen.
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