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Stillen schützt Babies vor
Rotavirus-Infektionen

 


The Lancet
: Der Inhaltsstoff Lactadherin schützt Babies, die gestillt werden, vor den Symptomen einer Infektion mit Rotaviren.

 
 

Infektionen mit dem Rotavirus sind eine der häufigsten Ursachen von Diarrhoen im Säuglings- und Kleinkindesalter. Besonders Kinder aus sozial niedrigen Schichten sind gefährdet. Die Infektion führt rasch zu einer schweren Dehydratation der Kinder, die unbehandelt oft letal endet.

Ärzte vom Shriver Center for Mental Retardation in Massachusetts haben 200 Kinder beobachtet, die in Mexico City geboren wurden. Die Kinder wurden während ihrer ersten beiden Lebensjahre auf das Auftreten verschiedener Infektionen untersucht. Blutproben und der Stuhl der Kinder wurde in regelmäßigen Intervallen unter anderem auf das Vorhandensein von Rotaviren untersucht. Weiters wurde die Muttermilch der gestillten Kinder anfangs wöchentlich und ab der 4. Lebenswoche monatlich untersucht.

Bei 31 Kindern trat im Beobachtungszeitraum eine Infektion mit Rotaviren auf. Bei 15 dieser Kinder trat eine symptomatische Infektion auf, bei der innerhalb von fünf Tagen nach Virusnachweis zu einer Diarrhoe kam. Bei Auftreten dieser Infektion wurde die Muttermilch auf den Gehalt von protektiven Substanzen- vor allem auf Lactadherin - untersucht. Lactadherin ist ein Molekül, das zur Gruppe der Glykokonjugate zählt.

Es zeigte sich, daß eine hohe Anti-Rotaviren- Aktivität mit einem hohen Gehalt an Lactadherin korreliert war. Kinder mit einer überdurchschnittlich hohen Konzentration von Lactadherin hatten eine um das 12.5fache höhere Protektion gegenüber einer Infektion mit Rotaviren. Das Molekül scheint an die Rotaviren zu binden und so eine Infektion der menschlichen Zellen zu verhindern.

Die Autoren der im Journal The Lancet erschienenen Arbeit schließen aus ihren Ergebnissen, daß die orale Verabreichung von synthetisch hergestelltem Lactadherin Säuglinge vor schweren Infektionen schützen kann.

Quelle: MedAustria
The Lancet,1998; 35